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24. November 2015

„Der lange Weg von Marie zu Max“

Erich-Klabunde-Preis 2016 geht an Dirk Steinbach

Marina Friedt zwischen dem Preisträger 2015 Volker ter Haseborg (li.) und dem Erich-Klabunde-Preisträger 2016 Dirk Steinbach.

Plakativer Dank an den Kooperationspartner TIDE: Marina Friedt (re.) überreicht TIDE-Geschäftsführerin Claudia Willke ein großes Dankeschön.

Während in der Werkschau die Preisträger der vergangenen Jahre an multimedialen Hör- und Sehstationen "aus der Konserve" kamen...

...wurde der diesjährige Gewinnerbeitrag von Hans-Jürgen Börner live vorm Publikum gelesen. (Fotos: Florian Büh, www.Gutes-Foto.de)

Hamburg. Dirk Steinbach, Redaktionsleiter der Regionalausgabe Pinneberg des Hamburger Abendblatts, erhält den Erich-Klabunde-Preis 2016 für seinen Report „Der lange Weg von Marie zu Max“ im Magazin des Hamburger Abendblatts – Resultat einer faszinierenden Recherche, während der Max und seine Familie dem Autoren „mit einer beeindruckenden Offenheit und großem Vertrauen begegnet sind. Angesichts des intimen Themas und der Problematik der fehlenden Akzeptanz in Teilen unserer Gesellschaft und der Besonderheit, dass es sich um einen Minderjährigen handelt, der eine Geschlechtsanpassung durchläuft, war dies keine Selbstverständlichkeit“, schreibt er selber in der Bewerbung.

Frei nach dem Motto „Das Geschlecht eines Menschen befindet sich im Kopf“ steht im Fokus die Geschichte eines Jungen, der im falschen Körper geboren wurde. Aus Marie wird Max – der ungewöhnliche Fall einer Geschlechtsanpassung. Erst bei seiner Recherche erfuhr der Autor, dass Hamburg ein Kompetenzzentrum internationalen Ranges bei der Betreuung transsexueller Minderjähriger ist. Derzeit werden in Hamburg etwa 100 Menschen im Alter zwischen acht und 18 Jahren vom Endokrinologikum in Altona betreut, was die Einrichtung im Bereich der Hormonbehandlung Transsexueller zum größten Zentrum Deutschlands macht.

Es entstand ein Report, der einfühlsam und mit gebotener Distanz einen Jugendlichen vorstellt, der einst als Mädchen galt und nun auf dem Weg ist, auch körperlich ein Junge zu werden. Und noch etwas macht die Geschichte laut Autor speziell: „Zusätzlich zu den gesundheitlichen Herausforderungen für die Betroffenen zeigte sich beispielsweise an den Auseinandersetzungen der Familie mit ihrer Krankenkasse, wie viel Menschen abverlangt wird, die in unserer Gesellschaft nicht der Norm entsprechen.“

Die renommierte Auszeichnung wird von der Vorsitzenden des DJV Hamburg, Marina Friedt, als feierlicher Höhepunkt auf dem 67. Hamburger Presseball im Hotel Atlantic Kempinski überreicht. Die Laudatio am 23. Januar 2016 hält Mare-Chefredakteur Nikolaus Gelpke.

Der Jury, die mit dem Preis auch die herausragende Arbeit des Hamburger-Abendblatt-Magazins auszeichnen möchte, gehören neben Friedt Nadja Stavenhagen (Direktorin der Akademie für Publizistik), Hans-Jürgen Börner (Fernsehjournalist), Susanne Gerbsch (Pressereferentin Bischofskanzlei Hamburg), Bruno Schrep (Klabunde-Preisträger und „Spiegel“-Autor), Dr. Martin Wilhelmi (Rundfunkjournalist) sowie der 2. Vorsitzende des DJV Hamburg Peter Jebsen an.

Der Erich-Klabunde-Preis für sozial engagierten Journalismus wurde erstmals 1957 vergeben und zählt zu den ältesten deutschen Journalistenpreisen. Der Namensgeber Erich Klabunde (20.2.1907 - 21.11.1950) war 1945 Gründer und erster Vorsitzender der damaligen Berufsvereinigung Hamburger Journalisten und des Deutschen Journalisten-Verbandes auf Bundesebene.

Für Fragen steht Ihnen Marina Friedt unter 0170 / 90 20 224 zur Verfügung.


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