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06. April 2018

Rationalisierungsschutz-Abkommen

Proteste gegen Funke: Verantwortung geht anders

Gegen die Blockadehaltung des Verlags: Öffentlichkeitswirksam gingen Funke-Beschäftigte in der Hamburger City auf die Straße. (Foto: Roland Magunia)

„Erfolgreich durch gemeinsame Werte – wir arbeiten miteinander und füreinander.“ Nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Funke Mediengruppe sind derzeit davon überzeugt, dass dieses Credo des Essener Medienkonzerns dessen Handeln bestimmt. In Hamburg haben im Februar etwa 150 Beschäftigte vor den Redaktionen des Hamburger Abendblatts sowie der Funke Frauen- und Programmzeitschriften am Großen Burstah demonstriert. NDR 90,3 und das Hamburg Journal berichteten. Gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten-Verband Hamburg (DJV) hatte auch Verdi zu der Aktion aufgerufen. Auslöser war die beharrliche Weigerung des Medienhauses, das auslaufende Rationalisierungsschutz-Abkommen zu verlängern oder neu zu verhandeln.

Bei dem Rationalisierungsschutz-Abkommen handelt es sich um eine Betriebsvereinbarung, die 2013 beim Verkauf der Springer-Titel an Funke mit übergegangen ist und noch bis Juni 2018 gilt. Der Kollektivvertrag enthält wichtige Schutzregelungen für die Beschäftigten – beispielsweise bei Versetzungen und Kündigungen oder auch bezogen auf Altersteilzeit und Qualifizierung. Die Betriebsräte des Hamburger Abendblattes und der Funke Frauen- und Programmzeitschriften hatten Funke frühzeitig aufgefordert, die Betriebsvereinbarung zu verlängern oder neu zu verhandeln. Als sich die Funke-Entscheider sogar weigerten, überhaupt an den Verhandlungstisch zu kommen, wurden auch DJV und Verdi – vielfach angesprochen von ihren Mitgliedern – aktiv. Schon vor Weihnachten hatte es eine erste Postkartenaktion gegeben. (die NORDSPITZE berichtete)

Für DJV und Verdi forderten Axel Ritscher (Abendblatt), Holger Artus (Morgenpost) und Frank Donovitz (Gruner+Jahr) die Funke Mediengruppe während der Demon-
stration auf, den Rationalisierungsschutz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Hamburg zu verhandeln und sicherzustellen. Die Weigerung, auch nur zu verhandeln, löse die Sorge um die Arbeitsplatzsicherheit und vor möglichen Verlagerungen zum Beispiel einzelner Zeitschriften aus, hieß es. Im Rahmen der Kundgebung wiesen die Gewerkschaften darauf hin, dass Funke sich bisher auch der Tarifbindung entziehe.

Insgesamt hat Funke schon öfter für negative Schlagzeilen gesorgt, wenn es um den Umgang mit den Mitarbeitern geht. So hatte beispielsweise der DJV Nordrhein-Westfalen im Dezember 2017 gegen die Entlassung 24 Beschäftigter des Fotopools der Funke Mediengruppe protestiert: „Kein Funke Anstand: Firmen dichtmachen und alle rauswerfen, neue Firmen gründen und nur einige übernehmen: Verantwortung geht anders!“


(Stefan Endter)


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