Pressemitteilungen

07. Juli 2014

Nach dem Wechsel von Springer

„Geordnetes Chaos“ in Hamburger Funke-Redaktionen

Ob das neue Gewächs in Hamburg Wurzeln schlagen wird, ist unklar. (Foto: Monika M. Kabay)

Der Übergang des Hamburger Abendblattes, der bisherigen Frauen- und Programmzeitschriften von der Axel Springer SE zur Funke Mediengruppe verlief nicht so glatt, wie es die Unternehmensspitzen gern darstellen: „In den betroffenen Redaktionen und Abteilungen herrscht ein geordnetes Chaos“, berichtet die DJV-Nordspitze, das Magazin der norddeutschen Landesverbände des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), in seiner aktuellen Ausgabe 3/14. Im Artikel „Betroffene wählen zwischen Pest und Cholera“ beleuchtet die Nordspitze den größten Print-Deal der letzten Jahrzehnte noch einmal zusammenfassend aus ihrer Sicht.

 

Grund für die Konfusion: Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen sagten „Nein“ zum Abenteuer Funke. Teilweise in einem Umfang, der die Produktionssicherheit der Blätter gefährdete: „Bei den Programmzeitschriften widersprachen 40, bei den Frauentiteln 27 und beim Hamburger Abendblatt fünf Prozent der Betroffenen. Damit hatte bei den Verantwortlichen scheinbar keiner gerechnet“, heißt es in der Nordspitze.

 

Die Konsequenz in den Hamburger Funke-Redaktionen: Bei den Frauentiteln wurde eine Urlaubssperre verhängt. Und bei den Programmzeitschriften mussten freie Mitarbeiter einspringen.

 

Die bei der Axel Springer SE verbliebenen Redakteurinnen und Redakteure bleiben nach dem Bericht der Nordspitze Beschäftigte der Axel Springer SE. Der Konzern hat aber schon angekündigt, die Betroffenen nicht weiterbeschäftigen zu wollen.

 

Hintergrund: Im Juli 2013 war bekannt geworden, dass Springer tragende Säulen seines Print-Geschäftes – neben dem Abendblatt und den Frauen- und Programmzeitschriften auch die Bergedorfer Zeitung und die Berliner Morgenpost – für 920 Millionen Euro an die Essener Funke Mediengruppe (WAZ) verkauft hatte.

 

Mehr lesen Sie in der jüngsten Ausgabe der DJV-Nordspitze auf Seite 5. Das Magazin finden Sie als E-Paper unter:

 

http://bit.ly/nordspitze (Archiv)