Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Hamburg

Als ich den Brief bekam „Ehrung für 25-jährige Mitgliedschaft“…dachte ich „Verdammte Hacke, wie alt bin ich denn schon?“ Aber das wollen wir hier nicht vertiefen. Als Journalistin, die gern lacht und sich um die lustigen Dinge im Leben kümmert musste ich zwangsläufig irgendwann beim NDR-Satiremagazin extra 3 landen. Und wo wir schon dabei sind: ja, es sind schon 21 Jahre Satire-Jahre. Und ja, ich bin alt. Also relativ. Aber das wollten wir ja nicht vertiefen. Das Schöne an meinem Job ist, dass die Leute immer ganz erfreut und neugierig sind, wenn sie hören, dass ich für extra 3 arbeite. Aber wenn ich sie beruflich anrufe, ist das „komischerweise“ anders.

Aber mal ernsthaft: politische Themen wie „Scheuers Verkehrspolitik“ oder „Behördenpossen aus dem wahren Leben“ mal lustig zu betrachten, macht schon Spaß. Aber natürlich haben wir Satire-Macher wie auch alle anderen Journalisten eine gesellschaftliche Aufgabe und auch Verantwortung. Unsere gut funktionierende Demokratie in Deutschland wird nicht zuletzt auch von uns Journalisten getragen. D.h. wir müssen auf Missstände hinweisen, aber auch dabei fair bleiben. Unsere Aufgabe ist zu kritisieren UND alle im Gespräch zu halten. Nicht ins Abseits stellen und die Gesellschaft spalten, wie Donald Trump und Kollegen es tun. Wenn ich mit unserer Reporterin Katja Kreml eine Straßenumfrage zum Thema „Rassismus“ mache, finden wir natürlich viele kleine Beispiele für unseren „Alltagsrassismus“ und werfen ein lustiges und manchmal auch beschämendes Schlaglicht auf uns Deutsche. Aber ich sehe genauso, dass die meisten Menschen hier im Land nicht rassistisch, nicht frauenfeindlich und keine egoistischen Arschlöcher sind. Das tut immer wieder gut, es zu sehen und zu hören. Allerdings wissen wir auch, jede Demokratie muss immer wieder an sich arbeiten und immer wieder prüfen, ist es noch gut so oder müssen wir was ändern. Denn wenn ein großes Boot erstmal ins Schlingern gerät, ist es nicht so leicht es wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
 

Und weil wir Journalisten ja eigentlich immer den Puls der Zeit fühlen, können wir eine Menge tun für ein gutes, gerechtes und demokratisches Deutschland. Und darüber hinaus. Boah, so viel Pathos … für eine Satire-Journalistin. Aber wenn mich der djv nach einem Statement zu den heutigen Herausforderungen an Journalistinnen und Journalisten fragt … bitte schön. Meine Meinung UND kein Scherz.

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